Im August 1961 wurde die Mauer in Berlin errichtet, mit der die DDR auf die wachsende Flüchtlingswelle Richtung Westen reagierte. In den 28 Jahren bis zu ihrem Fall wandelte sie sich von den improvisierten Sperren der ersten Zeit zur tief gestaffelten, optisch »sauberen« Grenzanlage. Auch die Überwachung im Vorfeld wurde perfektioniert. Für Zehntausende von Menschen endete der Versuch, die DDR zu verlassen, im Gefängnis, für manche sogar mit dem Tod.
In rund hundert Veranstaltungen erinnern Bildungsträger, Gedenkstätten, Forschungseinrichtungen und Opferverbände in diesem Jahr an den Mauerbau. Dabei werden die politischen Umstände auf der Basis jüngster Forschungen teilweise neu bewertet. Auch bisher wenig beleuchtete Aspekte, etwa die Folgen der Teilung für die Kirchen, werden behandelt. Ausstellungen und Filme dokumentieren Fluchten und zeigen den Alltag an der Mauer aus ungewöhnlichen Blickwinkeln. Zusammen mit den Berichten von Zeitzeugen vermögen sie ein differenziertes Bild der damaligen Situation zu zeichnen, die vielen nicht mehr aus persönlicher Erinnerung vertraut ist, deren Folgen aber bis heute spürbar sind.